Vier Medaillen bei hochkarätigem Turnier
Mit rund 2.000 gemeldeten Sportlerinnen und Sportlern aus 297 Vereinen und 16 Nationen war das 24. Internationale Judoturnier im Glaspalast Sindelfingen in diesem Jahr so gut besucht wie nie zuvor: Ein Teilnehmerrekord, der den Ausrichter VfL Sindelfingen kurzzeitig sogar an seine Kapazitätsgrenzen brachte. Trotzdem verlief die Veranstaltung insgesamt reibungslos: hervorragendes Catering, eine angenehme Atmosphäre und gute Luft in der Halle sorgten für beste Bedingungen. Einzig beim Wiegen der Athletinnen und Athleten machte sich der große Andrang bemerkbar, hier mussten alle deutlich mehr Geduld mitbringen als erhofft.
Mit von der Partie war auch der JC Jena, und das mit einer starken Mannschaft von 21 Athletinnen und Athleten. Besonderen Respekt verdienen dabei Thore, Marlene, Benedikt und Erik, die sich gleich der doppelten Herausforderung stellten und in zwei Wettbewerben an den Start gingen.
Samstag: Die U13 eröffnet den Wettkampf
Marlene hatte eine Rechnung offen: Im Vorjahr war ihr im Kampf um Bronze gegen Leonie die Medaille durch die Finger geglitten, diesmal sollte das nicht passieren. Bei 29 Starterinnen in ihrer Gewichtsklasse (Leonie startete separat, in der Klasse bis 44 kg mit 15 Teilnehmerinnen) kreuzten sich ihre Wege zum Glück nicht. Hochmotiviert eröffnete Marlene mit einem blitzsauberen Fußtechnik-Sieg gegen eine Luxemburgerin in nur 10 Sekunden. Nach einem weiteren Erfolg gegen eine Schweizerin musste sie sich im Hantei knapp einer Slowenin geschlagen geben – und rutschte damit nur denkbar knapp in die Trostrunde. Doch aufgeben war keine Option: Nach drei weiteren, nervenaufreibenden Kämpfen gegen eine Gegnerin aus Ingolstadt, Belgien und den Niederlanden stand am Ende sensationell die Bronzemedaille zu Buche!
Leonie wollte ihren Vorjahreserfolg wiederholen und ebenfalls mit einer der neu gestalteten Medaillen nach Hause fahren. Kämpferisch stark arbeitete sie sich bis ins Halbfinale vor, ehe eine Schweizerin ihr ihre Grenzen aufzeigte. In der Trostrunde traf sie im Kampf um Platz drei erneut auf ihre Kontrahentin aus Bad Godesberg, die sie im ersten Aufeinandertreffen des Tages noch mit einem Arbeitssieg bezwungen hatte. Diesmal aber behielt die Gegnerin im Hantei die Oberhand – Leonie musste ohne die ersehnte Medaille vom Feld.
Franz hatte wochenlang hart an seinem Gewicht gearbeitet und ging hochmotiviert in die Klasse bis 50 kg (19 Starter). Nach einem Freilos und einem schnellen Sieg nach 14 Sekunden verlor er seinen zweiten echten Kampf gegen einen Athleten aus Abensberg. In der Trostrunde unterlief ihm dann mit einem versehentlichen Standhebel ein Missgeschick, das mit Hansoku-make geahndet wurde. Dennoch: Franz hat gezeigt, was in ihm steckt!
Michele startete in der Klasse bis 46 kg (22 Teilnehmer) mit einem Sieg gegen einen Luxemburger, musste sich dann aber einem Schweizer geschlagen geben. In der Trostrunde gelang ihm noch ein weiterer Erfolg, ehe für ihn Endstation war.
Auch Joleen (1S/2NL), Lennard (2NL), Konrad (1S/2NL), Robin (1S/2NL), Artur (2NL), Frederik (2NL) und Viktor (1S/2NL) gaben alles, konnten diesmal aber noch nicht ganz mithalten.
In der U18 gingen Jonathan sowie die Brüder Erik und Thore an den Start. Erik und Jonathan mussten nach nur einem Kampf die Segel streichen, da ihre jeweiligen Gegner in der großen Poolliste nicht zu den Poolsiegern zählten. Thore hingegen erkämpfte sich in der Gewichtsklasse bis 43 kg (9 Teilnehmer) einen respektablen fünften Platz, und das obwohl er eigentlich noch U15er ist.
Sonntag: Die U11 greift an
Am zweiten Turniertag wollten es die Jüngsten der U11 wissen – für die meisten von ihnen der erste Start bei einem Event dieser Größenordnung. Nur Tagir kannte das Turnier bereits aus dem Vorjahr.
Tagir (40 kg, 11 Teilnehmer) kämpfte sich routiniert bis ins Halbfinale vor. Wie schon Franz am Vortag unterlief ihm dabei im Eifer des Gefechts eine Unachtsamkeit gegen das Standbein seines Gegners, die mit Hansoku-make bestraft wurde. Sein Listenplatz blieb ihm dennoch erhalten – am Ende reiste er mit Platz fünf nach Hause.
Pino gelang in der Plusklasse (7 Teilnehmer) ein wahrer Kraftakt: Dreimal siegte er in seinem Pool, warf im Halbfinale seinen Gegner sogar vorzeitig. Im Finale traf er auf einen athletischen, erfahrenen Kontrahenten und obwohl er sich tapfer schlug, musste er sich geschlagen geben. Fulminantes Silber!
Anne siegte in ihrer Fünferliste zweimal und durfte sich glücklich über Bronze freuen.
Oliver (31 kg, 2S/2NL) sowie die Zwillinge Max (2NL) und Alex (2S/2NL), die beide bis 28 kg antraten, waren bislang meist lokal unterwegs gewesen und hatten dort selten ihren Meister gefunden. Beim Glaspalast machten sie nun eine wertvolle Erfahrung: Thüringen ist im Judo weitaus nicht der Nabel der Welt, und national lauern teilweise weitaus härtere Gegner als daheim.
U15: Thore und Marlene am zweiten Tag
Thores Starterliste in der Klasse bis 43 kg war mit 44 Teilnehmern prallvoll. Zwei Siege gelangen ihm, ehe er im dritten Kampf auf seinen Dauerrivalen aus Leipzig traf und ausschied, da dieser letztlich nicht Poolsieger wurde.
Marlene nutzte den Tag, um Spaß zu haben und weiter zu zeigen, was in ihr steckt. Im ersten Kampf unterlag sie knapp mit Yuko der späteren Silbermedaillengewinnerin, auch in der Trostrunde reichte es nicht zum Sieg. Macht nichts – die Bronzemedaille vom Vortag hatte sie schließlich schon in der Tasche.
U21: Starkes Silber für Benedikt
Erik verlor zwei Kämpfe in Folge und schied aus. Benedikt hingegen brachte seine Topform auf die Matte: In der Gewichtsklasse bis 81 kg (19 Starter) gewann er drei Kämpfe in Folge und erreichte das ersehnte Finale. Dort musste er sich Laleike aus Düsseldorf geschlagen geben – Silber!
Der JC Jena hat sich beim Glaspalast einmal mehr durchaus in Szene gesetzt. Bei dem einen oder anderen wäre sicher noch mehr drin gewesen – aber manchmal fehlt eben auch das berühmte Quäntchen Glück.
Glückwunsch an alle Athletinnen und Athleten für ihren Einsatz bei einem der größten Judoturniere Europas!
















