Ein „saustarker“ Auftritt in Eisenach

21 Medaillen bei 32 Startern

Der PSV Eisenach war wieder einmal ein Top-Ausrichter seines 28. Wartburgpokals. Insgesamt trafen sich ca. 540 Judoka aus 61 Vereinen. Für die U13 ist dieses Turnier als TJV-Ranglistenturnier eingestuft. Gekämpft wurde auf sieben Tatami. Schon bei der Erwärmung spürte man, dass unsere Sportler es heute wissen wollten. Heiß wie „Frittenfett“ bereiteten sie sich auf den Wettkampf vor. Ein eingeschworenes JC-Jena-Team legte los.

Auch unsere Nachwuchsjudoka der Altersklasse U10 zeigten in Eisenach die ersten Lichtblicke für den Tagesverlauf. Die 12 Sportler von Nico und Micha lieferten eine super Vorlage für die später startenden Altersklassen auf diesem anspruchsvollen Parkett. Teilweise mussten sich die jungen Judoka in 16er-Listen durchsetzen und konnten sich mit tollen Platzierungen belohnen:

1. Platz: Oliver Hellfritzsch (-31 kg, 3 Siege/0 Niederlagen), Ilja Ivanov (-46 kg, kampflos)

2. Platz: Phong Nguyen (-25 kg, 3/1)

3. Platz: Andrii Lenskyi (-34 kg, 2/2), Merle Ludwig (-33 kg, 2/3)

5. Platz: Fabius Reuken (-28 kg, 1/2), Isabella Koch (-30 kg, 1/2)

Wertvolle Wettkampfpraxis sammelten zudem Sebastian Weiße (-25 kg, 1/2), Davit Darchia (-37 kg, 1/3), Willy Horn (-37 kg, 1/3), Uria Nadir (-25 kg, 0/2) und Dmytro Pavlenko (-37 kg, 0/2). Für sie hingen die Trauben zu hoch.

Es folgte die Trainingsgruppe von Jost und Lothar. Sieger beim Wartburgpokal wurden: Leonie Kostejn/48 kg. Sie bestritt vier Kämpfe und gewann jeden davon in weniger als 20 Sekunden – gänzlich ungefordert! Dann zogen die Jungs nach. Konrad Brendel/31 kg gewann seine vier Kämpfe allesamt im Boden mit Festhalte. Nach vier Siegen stand auch Artur Morzek/40 kg im Finale gegen seinen Vereinskameraden Lennard Köhler. Nach einem ausgeglichenen Kampf nutzte Artur einen schwachen Angriff von Lennard aus und gewann mit einem sehenswerten Konter. Michele Böhm kämpfte bis 50 kg. Nach drei Siegen stand er im Finale gegen Briese aus Ilmenau. Beiden gelang in der offiziellen Kampfzeit keine Wertung. Michele war jedoch der aktivere Kämpfer und gewann das Hantei klar für sich. In der Gewichtsklasse bis 55 kg hatten wir drei Athleten am Start, und der Sieg sollte ebenfalls an die Jenaer Kernberge gehen. In der Liste standen oben Franz Rieger und Nathaniel Stanja. Beide gewannen ihre Auftaktkämpfe und trafen dann im Halbfinale aufeinander. Hier konnte Nathaniel mit Yuko gewinnen und stand im Finale. Unten in der Liste setzte sich Alexander Manke klar durch. Dreimal verließ er die Matte als Sieger und zeigte schönes Judo. Nun gab es ein reines Jenaer Finale. Am Ende gewann Alexander Manke knapp das Finale. Für Nathaniel Stanja war der zweite Platz nach den zuletzt nicht so rosig verlaufenen Turnieren wieder eine deutliche Leistungssteigerung.

Weitere Silbermedaillen erkämpften bei den Mädchen Marlene Reuken/44 kg mit drei Siegen und einer Niederlage im Hantei gegen Brakauskaite aus Schmalkalden sowie Joleen Dröschler/36 kg mit zwei Siegen und einer Niederlage. Sie scheiterte nur an der saustarken Gupalo aus Wiesbaden.

Bei den Jungs zeigte Lennard Köhler/40 kg eine tolle Leistung. Nach drei Siegen wurde er erst im Finale von Artur Morzek gestoppt. Dieser Kampf hätte auch anders enden können. Auch Lennard Beck/43 kg zeigte ansteigende Form. Denkbar knapp verlor er nach drei Siegen im Finale gegen den Leipziger Oussov, den er im Pool noch besiegt hatte, eine Sekunde vor Kampfende durch Festhalte. Eine bittere Niederlage für Lennard, aber insgesamt eine ganz starke Leistung.

Den dritten Platz belegte Franz Rieger/55 kg mit drei Siegen und einer Niederlage. Er musste sich nur Nani geschlagen geben. Für Andre Stranik/37 kg war die Konkurrenz heute einfach zu stark.

Gegen 14 Uhr griffen dann die U15-Kämpfer in das Wettkampfgeschehen ein. Corvin Krause/37 kg zeigte schönes Judo und gewann alle seine Kämpfe mit Wurfpunkt. Viermal verließ er ungefährdet als Sieger die Tatami. Auch Khoi Nguyen kämpfte bis 37 kg und zeigte sich als „Boden-Fuchs“: Dreimal gewann er mit einem Hebel am Boden. Nur an Corvin scheiterte er und wurde Turnier-Zweiter – ebenso wie sein Bruder Phong.

Bis 46 kg hatten wir ebenfalls zwei Sportler am Start. Im Pool A dominierte Thore Schneider seine Konkurrenz klar und zeigte zwei sehenswerte Würfe zum Sieg. Auch das Halbfinale gewann er mit Ansage. Im Pool B stand Edgar Bauer. Er gewann beide Kämpfe vorzeitig sowie das Halbfinale. Dann gab es das dritte reine Jenaer Finale des Tages: Thore gegen Edgar. Beide kennen sich vom täglichen Training aus dem Effeff. Keinem gelang eine technische Wertung, und es ging ins „Golden Score“. Auch in der Verlängerung fiel keine technische Wertung. So musste der Kampfrichterentscheid den Sieger ermitteln. Knapp gewann Thore aufgrund seiner aktiveren Kampfesweise das Hantei.

Es folgte die Trainingsgruppe um Christian.

Johanna Schmidt – Frauen -77 kg – Silber

In der Gewichtsklasse bis 77 kg wurde im Modus „jede gegen jede“ mit drei Starterinnen gekämpft. Johanna gewann ihren ersten Kampf deutlich und souverän. Den entscheidenden Kampf um den Turniersieg verlor sie gegen die starke Bundesliga-Kämpferin Jana Ganza von der HTG Bad Homburg. Insgesamt zeigte Johanna gewohnt kämpferischen Einsatz und gutes Judo.

Franziska Mikolasch – Frauen -63 kg – Silber

Franziska zeigte sich im Pool sehr variabel und erzielte ihre Wertungen und Ippon-Siege sowohl im Stand als auch am Boden. Das Halbfinale führte sie taktisch klug und konnte es verdient gewinnen. Im Finale fand sie jedoch kein geeignetes Mittel, um ihre eigene Technik zur Entfaltung zu bringen.

Hans Klemm – Männer -95 kg – 7. Platz

Hans gewann zwei Kämpfe mit starken großen Techniken, unter anderem mit Soto-makikomi. In seinen beiden Niederlagen waren die Kämpfe lange ausgeglichen. Kleine Unachtsamkeiten wurden jedoch sofort von den Gegnern bestraft.

Laurin Lederer – Männer -69 kg – ohne Platzierung

Laurin erwischte starke Gegner und musste sich zweimal geschlagen geben. In beiden Kämpfen war das Timing unglücklich, was von den Gegnern sofort bestraft wurde. Die Botschaft bleibt jedoch: Im Judo kann ein kleiner Fehler einen Kampf schnell entscheiden – auch das gehört dazu.

Für unsere Erwachsenen hieß es am Ende: Zwei Silbermedaillen und ein siebter Platz bei insgesamt sechs Siegen und sechs Niederlagen.

Fazit: 32 Starter brachten es auf 9-mal Gold, 10-mal Silber und 2-mal Bronze, wobei sie teils nur von den eigenen Trainingspartnern zu stoppen waren. Auch die Mannschaftswertung ging an uns. Ein „saustarkes“ Ergebnis – besser geht es kaum. Alle Kinder haben deutliche Fortschritte gemacht. Gerade die dritte oder vierte Trainingseinheit – egal, ob freitags oder donnerstagabends mit dem Sportgymnasium – macht den entscheidenden Unterschied ab der Altersklasse U13. Aber auch bereits in der U10 ist technisch deutlich zu sehen, wer sich freitags bereits zur „offenen Matte“ der Kleinen begibt. Alle Trainer waren stolz auf das Gesamtergebnis ihrer Sprösslinge.

Fotos: Theresa Reuken