Mitteldeutsche Meisterschaften der U15
Die vogtländische Judo-Hochburg Rodewisch war Schauplatz der diesjährigen Mitteldeutschen Meisterschaft der U15. Die besten Judoka aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen kämpften um Titel und Medaillen. Der JC Jena ging mit 7 Teilnehmern an den Start und holte dabei 2 Titel sowie 3 Bronzemedaillen.
Elise Reuken (57kg, Jg. 2013) sicherte sich in einer Gewichtsklasse mit 10 Teilnehmerinnen den Titel. Im ersten Kampf bezwang sie die Sportschülerin Clara Boden vom JC Leipzig Newaza durch eine Sankaku. Im Halbfinale setzte sich Elise nach einem Bodenkampf gegen Zita Eissner von den Leipziger Sportlöwen durch. Im Finale wartete die altbekannte Sportschülerin Linda Munzig vom JC Leipzig – bislang unbesiegbar für Elise. Doch Elise wusste um ihre Stärken: Ausdauer und Taktik. Zu einer technischen Wertung kam es auf beiden Seiten nicht, dennoch dominierte Elise klar. Der Kampf ging in den Golden Score, Linda stand bereits mit zwei Shido wegen Zubodenziehens auf der Uhr, Elise mit keinem. Nach einer weiteren Minute folgte folgerichtig der dritte Shido. Manchmal gewinnt man eben mit Taktik. Elise Reuken wurde zur Mitteldeutschen Meisterin gekürt.
Den zweiten Titel machte Edgar Bauer (46 kg, ebenfalls Jg. 2013) perfekt. Im ersten Kampf bezwang er Ramon Rhone vom VfL Riesa, im Halbfinale setzte er sich gegen Zangemeister vom JC Leipzig durch und zog damit ins Finale ein. Dort traf er auf seinen alten Widersacher Sportschüler Gustav Altmann vom JC Leipzig. Das Finale glich dem von Elise: Auch hier entschied am Ende eine Disqualifikation. Edgar taktierte geschickt und zwang seinen Kontrahenten zu drei Shido, ohne selbst eines zu kassieren. Damit war auch Edgar Bauer Mitteldeutscher Meister.
Bis 37 kg mit 8 Teilnehmern gingen mit Khoi Nguyen und Corvin Krause zwei Titelanwärter an den Start. Am Ende reichte es für beide nur zu Bronze. Khoi musste sich auf dem Weg dorthin dem späteren Sieger Anton Herbst aus Holzhausen denkbar knapp mit einem Yuko geschlagen geben. In der U15 kann Khoi im nächsten Jahr aber wieder sein Glück versuchen. Corvin dagegen startet im nächsten Jahr bereits in der U18 – er scheiterte am Lokalmatador Largo Friede.
Die dritte Medaille erkämpfte sich Leonie Kostjen (44 kg) – stark! Als Frühstarterin in ihrer Klasse hat sie damit ein echtes Ausrufezeichen gesetzt. Nach zwei Siegen und einer Niederlage gewann sie das kleine Finale gegen Martha Zangemeister vom JC Leipzig. Geschlagen geben musste sie sich nur der Turniersiegerin Vogel. Eine Superleistung von Leonie.
Auch Frühstarter Lennard Köhler erwischte einen guten Tag. Armin Kersten von Medizin Erfurt, der ihn bei der Landesmeisterschaft noch bezwungen hatte, „erlegte" er diesmal in nur 16 Sekunden. In der Klasse bis 40 kg mit 11 Startern gewann Lennard drei Kämpfe und verlor zwei. Im Kampf um Bronze scheiterte er an Gebhardt von Judo Holzhausen. Insgesamt eine deutliche Leistungssteigerung – zur LEM hatte Lennard noch drei Niederlagen einstecken müssen.
Abschließend sei Marlene Reukens guter 5. Platz genannt. Gleich im ersten Kampf ihrer im KO-System ausgetragenen Gewichtsklasse bis 40 kg mit 8 Teilnehmerinnen bot sie der späteren Turniersiegerin Josephine Bär starken Widerstand und ließ nur einen Yuko zu. In der Trostrunde gewann sie gegen die Sportschülerin Eva Schäfer per Wurfpunkt. Im Kampf um Platz drei lieferte sie sich einen spannenden, ausgeglichenen Kampf gegen die zwei Jahre ältere Trainingspartnerin Sara Landgraf und verlor erst im Golden Score. Beachtlich!
Hoffnungsvoll stimmt, dass 6 der 7 Starter nächstes Jahr wieder eine Chance in der U15 bekommen. Und die nächsten Hoffnungsträger stehen bereits in den Startlöchern. Zuversicht für das kommende Jahr ist mehr als angebracht.
Lothar Gwosdz/ 27.9.2026

